Radeln, was die Beine hergeben

Neben joggen ist Mountainbiking der absolute Lieblingssport der Rwandaer. Einmal im Monat gibt es einen „car free day“ und dann hat man das Gefühl die halbe Nation ist in den für wenige Stunden leeren Straßen Kigalis joggend oder radelnd unterwegs. Und beides ist eine enorme Herausforderung aufgrund der umgebenden Berge und der damit verbundenen mal kurzen aber steilen oder langanhaltenden Anstiege.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass professionelle Läufe und Radrennen organisiert werden und mit einer hohen Beteiligung stattfinden. Das „Rwandan Epic Mountain Bike Race“ war jedoch das erste seiner Art und fand vor einigen Wochen in Musanze statt. Die Stadtbevölkerung war anlässlich dieses Events auf den Beinen, Besucher säumten den Straßenrand und jubelten den Teilnehmenden zu. Finanzkräftige Spender und Unterstützer warben für ihre Produkte und so war auch für das leibliche Wohl und eine professionelle technische Ausstattung bestens gesorgt.

50 angemeldete Rennfahrer*innen verschiedener Nationalitäten und jeden Alters waren gegeneinander angetreten. Sie alle erwartete eine extrem herausfordernde Rennstrecke, die in zwei Etappen in den Bereich des „Volcanoes National Park“ führte. Die Gesamtstrecke des Mountain Bike Rennens hatten die Veranstalter mit 325 km und 6500 Meter Höhenunterschied angegeben. Also radeln, was die Beine hergeben!

Auch ich war mit dabei, jedoch nicht auf einem Rad. Ich begleitete Beth und ihre „Seeing Hands“, die für die ankommenden Rennfahrer*innen Massagen anboten. Gemeinsam mit zwei blinden Frauen waren wir von Kigali 2 Stunden angereist und Beth hoffte auf gute Einnahmen für sie alle drei.

Meine Aufgabe war das Werben für und das Vorstellen der unterschiedlichen Massagen an den zwei verbleibenden Veranstaltungstagen und die Planung des zeitlichen Ablaufes. Letzteres war komplizierter als erwartet, da es ständig zu zeitlichen Verzögerungen oder Verschiebungen kam. Doch die Massagen wurden sehr gut angenommen und so waren alle drei Masseurinnen nach dem Ende des Rennens von 15:00 bis 20.00 Uhr durchgehend beschäftig.

Außerdem sollte ich Fotos für die neue Webseite von „Seeing Hands“ machen. Beth plant nämlich die Überarbeitung ihrer Präsenz in den Sozialen Medien. Ich gab mein bestes und obwohl ich kein Foto-Profi bin, war Beth mit den Bilden zufrieden.

Außerdem besuchten wir noch Alberto, den Besitzer von „La Locanda“, einer ganz entzückenden Appartementanlage in Musanze mit tollem Garten und gigantischem Blick auf die Bergkette um Musanze. Alberto ist Italiener und lebt mit seiner Frau schon viele Jahre in Rwanda. Er erweitert im Dezember sein Angebot um einen Spa- und Wellnessbereich mit Saune, Massagen und Kosmetik. Dafür wird er einen blinden jungen Mann einstellen und auch weiterhin mit Beth und ihren „Seeing Hands“ zusammenarbeiten. Ein absolute Novum im Tourismusbereich in Rwanda.

Alle Beteiligten sind mit dieser Entwicklung sehr zufrieden und ich drücke ganz doll die Daumen für ein gut laufendes Business. Well done!

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