Aller Anfang ist schwer?

Unser IT Trainingsprogramm hat nun begonnen und nimmt richtig Fahrt auf. Zweimal wöchentlich treffen sich zwei Gruppen mit je 9 Teilnehmern von 8:00 bis 16:00 Uhr in den von uns angemieteten Räumen in Kicukiro. Internet ist unterdessen auch eingerichtet, die technischen Geräte funktionieren und auch das tägliche Registrieren mit Fingerabdruck in den vorbereiteten Listen ist unterdessen reibungslos. Läuft also!

Täglich haben wir Anfragen, ob wir unser Programm nicht erweitern können. Das Interesse ist unerwartet groß. Daher haben wir bereits in der Fortgeschrittenengruppe von Anfang an einen Platz zusätzlich geschaffen. Die Räume sind jedoch klein und wir müssen schließlich die Corona-Schutzmaßnahmen einhalten. Also ist eine Kapazitätserweiterung nur sehr begrenzt möglich. Auch unser Budget ist nicht üppig bemessen, so dass wir mit den Zahlungen für das Mittagessen und für die Fahrtkosten für exakt 18 Personen plus Lehrer und Assistenz kalkulieren müssen.

Daher besteht unser langfristiger Plan nun darin, zwei unentschlossene und häufig unpünktliche Teilnehmerinnen aus der Gruppe der Beginner zu verabschieden und somit diese Gruppe auf 7 Teilnehmende zu reduzieren. Dafür werden wir die Kapazität in der Fortgeschrittenengruppe um einen weiteren Platz auf dann 11 Personen erhöhen.

Ich hätte nicht erwartet, dass tatsächlich so viele Teilnehmende (fast) pünktlich 8:00 Uhr vor der Tür stehen und auch regelmäßig bis zum Ende der Veranstaltung bleiben. Die Aussicht, vielleicht einen der begehrten Jobs zu bekommen, den Fidence für sein Business „Park & Pick“ in Aussicht gestellt hat, scheint die Motivation extrem zu steigern. Das freut mich sehr! Unser Anspruch bzw. unser Konzept ist schließlich auch darauf ausgerichtet, die Fähigkeiten der Einzelnen für einen Job zu trainieren und Praktika oder „Mini-Jobs“ zu vermitteln. Aus diesem Grund hatten wir auch sehr gern mit Fidence und seinen Businesspartnern kooperiert. Mal sehen in welchem Umfang uns das mit anderen Unternehmen noch gelingt.

Drei blinde junge Männer aus der Fortgeschrittenen-Gruppe haben wir bereits in ein Programm der GIZ vermittelt. Dort arbeiten sie mit an einem Chat-Bot in Kinyarwanda rund um das Thema „Corona-Virus“. Die drei reviewen Spracheingaben. Dafür erhalten sie ein monatliches Gehalt von 200 EUR für 6 Monate. Sofern das Projekt erfolgreich ist, besteht für sie die Aussicht auf Verlängerung und der Chat-Bot wird um die Sprache Suaheli erweitert. Danach haben die drei auf jeden Fall mehr berufliche Erfahrungen und fühlen sich sicherer, ihr Wissen und Können ggf. sogar in der Selbständigkeit anzubieten.

Es ist richtig schön zu beobachten, wie die Mitglieder innerhalb der Gruppe interagieren, sich gegenseitig helfen und interessiert Fragen stellen. Die Stimmung ist gut und unsere Organisation mit der Finanzierung des Mittagessens und der Fahrtkosten kommt sehr gut an.

Am Freitag findet regelmäßig ein Review-Meeting mit den Lehrern, der Assistentin, Beth und mir statt. Ein reger Austausch über Erfolge und Verbesserungen ist möglich und wird dankbar angenommen. Bisher bin ich sehr zufrieden. Von wegen, aller Anfang ist schwer! Diesmal habe ich für die praktische Umsetzung des Projektes jedenfalls nicht das Gefühl.

Ich hoffe allerdings sehr, dass die Bereitschaft zur Mitarbeit und zum Lernen anhält und nicht nur ein anfängliches Strohfeuer ist. Schließlich haben wir noch weitere 5 Monate vor uns.

Mit diesem Gruppenfoto wird Beth für „Seeing Hands Rwanda“ und speziell für die Fähigkeiten blinder junger Menschen Werbung in den Sozialen Medien machen. Dadurch hoffen wir, sowohl Sponsoren, als auch interessierte Arbeitgeber zu finden.

Daumendrücken ist also angesagt!

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